Unsere Darstellung hat sich in den vergangenen Jahren ständig weiterentwickelt – und sie entwickelt sich bis heute weiter. Jede neue Erkenntnis, jeder Grabungsbericht und jede gute Diskussion können dazu führen, dass wir unsere bisherigen Annahmen überdenken und unsere Darstellung anpassen.
Heute entstehen alle Kleidungsstücke für unsere Darstellung in Handarbeit. Steffi näht sie selbst aus Wolle und Leinen mit Woll- oder Leinengarn. Auch bei der Auswahl der Stoffe entwickeln wir uns weiter: chemisch gefärbte Stoffe werden nach und nach durch naturbelassene oder pflanzlich gefärbte ersetzt.

Weiterhin beschäftigt Steffi sich mit Sprang. Ihr langfristiges Ziel ist es, ein Haarnetz nach altsächsischer Fundlage zu erstellen.

Unsere Kleidung und Ausrüstung orientieren sich so weit wie möglich an archäologischen Funden und zeitgenössischen Quellen. Wo diese keine eindeutigen Antworten liefern, versuchen wir, auf Grundlage der vorhandenen Erkenntnisse eine möglichst plausible Rekonstruktion zu entwickeln. Dabei geht es uns nicht darum, eine absolute Wahrheit zu finden, sondern eine nachvollziehbare und gut begründete Interpretation.

Dieter hat seine Begeisterung für den Bogenbau entdeckt und fertigt seine Bögen selbst. Auch ein großer Teil unserer Lagerausstattung stammt aus seiner Werkstatt. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit einfachen Holzarbeiten, die sich sinnvoll in unsere Darstellung einfügen.


Für uns ist es wichtig, nicht einfach irgendeine frühmittelalterliche Volksgruppe darzustellen. Wir wollten eine Darstellung, in der wir uns selbst wiederfinden und zu der wir einen Bezug haben. Auch dieser Gedanke hat uns zu den Altsachsen geführt und beeinflusst bis heute, wie wir neue Erkenntnisse in unsere Darstellung einfließen lassen. Die Recherche dazu erfolgt mit Ernsthaftigkeit. Dennoch haben wir uns unseren Humor erhalten, denn diesen verstehen wir nicht als Gegensatz zur historischen Auseinandersetzung, sondern als Teil unseres Miteinanders und unseres Austauschs mit anderen Darstellern.
Die Maßstäbe, die wir an unsere Darstellung anlegen, gelten ausschließlich für uns selbst und für diejenigen, die gemeinsam mit uns lagern möchten. Wir möchten niemanden davon überzeugen, unseren Weg zu gehen. Viel lieber laden wir dazu ein nachzuvollziehen, warum wir ihn gewählt haben.
Natürlich gibt es auch Grenzen dessen, was sich im heutigen Leben umsetzen lässt. Steffi trägt aus medizinischen Gründen normalerweise eine Brille und wechselt im Lager nach Möglichkeit auf Kontaktlinsen. Ihre angeborene Skoliose macht außerdem einen Stuhl mit Rückenlehne notwendig, auch wenn dieser in unseren Darstellungszeiträumen eher die Ausnahme gewesen sein dürfte. Für uns gehört auch das zu einem ehrlichen Umgang mit unserer Darstellung.