Unser Interesse am Mittelalter begann 2009. Damals haben wir die ersten Mittelaltermärkte in der Region besucht und haben sofort Feuer gefangen. Noch im Dezember 2009 haben wir die erste „Gewandung” angeschafft, damals noch industriell hergestellte Baumwollware.

Damit sind wir eine Saison lang – 2010 – über die Märkte gelaufen und wussten dann so einigermaßen, wohin die Reise gehen sollte. Steffi hat dann ihre ersten Gehversuche in Sachen Klamotte selbst anfertigen gemacht, zunächst aus aussortierten Fenstervorhängen und mit Polyestergarn ☺.

Als totale Vereinsmuffel hat es bis 2012 gedauert, bis wir uns einem Mittelalterverein angeschlossen hatten. Dieter hat dort seine Liebe zum Bogenschießen entdeckt und gemeinsam haben wir uns recht vorsichtig an das Thema „Lagern” herangetastet. Uns war aber schnell klar, dass wir beim Lagern unabhängig sein wollten, und haben uns ein eigenes Zelt gekauft. Später kam noch eine Plane dazu.

2016 entstand unsere Lagergruppe „Die Sachsen von der Wisura“. Zunächst waren wir eine Gruppe von bis zu 12 Leuten, alle im Frühmittelalter angesiedelt – Wikinger, Kelten, Friesen und wir als Altsachsen. In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal in Schlotzau gelagert und haben damit endgültig unsere Reise ins Frühmittelalter angetreten.
Zelt und Plane haben wir 2019 ausgetauscht.

2020 und 2021 hat uns Corona in Sachen Lager einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht, lagern war in dieser Zeit fast nicht möglich. Der Verein ist da hilfreich eingesprungen und hat uns Lager auf dem Vereinsgelände ermöglicht. Außerdem haben wir die Zeit genutzt und an unserer Darstellung weiter gearbeitet.

2022 haben wir zunehmend auf reinen Frühmittelaltermärkten gelagert. In Hessen bedeutet das, auf sogenannten Wikingermärkten zu lagern. Es hat nicht lange gedauert, bis wir uns dort als Fremdkörper gefühlt haben. In diesem Jahr haben wir auch zum ersten Mal an einer Gewandungswanderung von Ulrich Klages (Scotelingo) teil genommen.
2023 haben wir uns vom Verein getrennt und lagern seitdem mit unserer Gruppe „Die Sachsen von der Wisura” in Eigenregie und ohne Bindung an den Verein. In diesem Jahr haben wir begonnen, Teddygunde mit ins Lager zu nehmen.

Von den Wikingermärkten hatten wir langsam echt die Nase voll. Als Altsachsen haben wir da nicht wirklich rein gepasst, aber wir hatten keine Alternative dazu und waren drauf und dran, unser Hobby an den Nagel zu hängen. Glücksfall für uns war dann das Lager in Heldrungen auf der Wasserburg. Von den inzwischen noch 4 Leuten, die noch mit uns gelagert haben, hatte niemand Zeit, so dass wir dort zu zweit gelagert haben. Möglicherweise war das der Grund, warum wir in Heldrungen zwei Einladungen zu anderen Lagern bekommen haben. Eine davon war die Einladung zum TV-Dreh für die Dokumentation, die Arte 2024 über die Altsachsen drehen wollte.

Dieses Event hat uns quasi das Hobby gerettet, denn plötzlich waren wir unter Gleichgesinnten – Sachsen, Karolinger, Thüringer. Es war ein Gefühl wie nach einer langen Reise zu Hause anzukommen.
Über die Kontakte, die wir dort geschlossen haben, haben sich auch die Lager geändert, an denen wir teilgenommen haben. Zum ersten Mal haben wir auf der Pfalzschlacht auf der Königspfalz Tilleda gelagert.

In diesem Jahr haben wir uns entschieden, in Zukunft nur noch zu zweit zu lagern, um die Sachsendarstellung in den Vordergrund zu stellen. Um 2025 bei der Veranstaltung Funkenburg 531 mitlagern zu können, haben wir die Darstellung um 600 n. Chr. aufgebracht.

Auch haben wir bei den Belebungen auf der Königspfalz Tilleda mitgemacht und uns dort sehr wohl gefühlt. Einen alten Traum haben wir uns in diesem Jahr auch erfüllt: wir haben bei den Slawentagen in Oldenburg mitgelagert, aber das Gefühl passte für uns nicht mehr – man tausche Wikinger gegen Slawen und schon war wieder das gleiche Empfinden wie auf den Wikingermärkten da. Aber die Slawentage waren auch ein Wegweiser zu den Events, die uns tatsächlich ansprechen – Tilleda, Funkenburg, Campus Galli, und 2026 kam ein Lager auf dem Sachsenhof Greven dazu.