September 2026
01.09.2026
Auf mein Posting auf Facebook über die schräge Nachricht, die wir über unsere Homepage erhalten hatten, gab es einige Reaktionen, die von Fassungslosigkeit über Spott bis hin zur Besorgnis so ziemlich alle Varianten enthielten. Diese Antworten geben mir das Gefühl, die richtigen Freunde und Follower zu haben.
Ansonsten begann der Monat wie üblich mit dem Einstellen des Monatsrückblicks auf unserer Homepage und der Verlinkung auf Facebook.
03.09.2026
Im Fernsehen lief mal wieder die Doku „Die Sachsen – Piraten, Heiden, Kaiser“, an der wir vor zwei Jahren teilnehmen durften. Jedes Mal, wenn ich sie sehe, fallen mir Dinge auf, die ich vorher nicht zur Kenntnis genommen hatte. Dieter hat den Programmpunkt als Sachsen von der Wisura gepostet, alle anderen haben nachgezogen, und jetzt ist Facebook mal wieder voll mit der Doku 😀.
04.09.2026
Dieter und ich haben über das Lageressen für das bevorstehende Lager in Tilleda gesprochen. So richtig Lust zum Kochen haben wir beide nicht, also haben wir beschlossen, vorgekochtes Essen für Freitag und Sonntag mitzunehmen und nur am Samstag Cook-a-leekie zu kochen.
05.09.2026
Auf dem Sachsengelände habe ich unsere alten Zeltheringe fotografiert, das Bild an einen Freund geschickt und gefragt, ob in unserem ehemaligen Verein jemand etwas damit anfangen kann. Unser Freund hat es in der Vereins-WhatsApp-Gruppe geteilt und hat mir zehn Minuten später geschrieben, dass jemand die Dinger haben will. Die junge Dame hat sich kurz danach bei mir gemeldet und wir haben uns für morgen verabredet, um die Heringe gegen die von mir verlangten 15 € zu tauschen. Läuft 😃.
06.09.2026
Im Internet habe ich nach einem Termin für die Ausstellung in Vechta geschaut und festgestellt, dass es dafür immer noch kein Datum gibt, und ich habe versucht herauszufinden, ob man aus Pflaumenbäumen einen Langbogen bauen kann, was unter bestimmten Voraussetzungen geht.
Auf dem Weg zum Sachsengelände habe ich mit der jungen Frau geschrieben, die unsere alten Heringe haben will, und wir haben spontan verabredet, uns auf dem Vereinsgelände unseres ehemaligen Vereins zu treffen. Das haben wir dann auch gemacht und sind dort auf ein paar alte Bekannte und für uns neue Gesichter getroffen. Unsere alten Bekannten haben uns freundlich begrüßt, ich habe der jungen Frau die Heringe übergeben, sie hat mir das Geld gegeben, und wir haben uns kurz unterhalten.
Dann haben wir auf dem Sachsengelände bei sehr freundlichem Wetter Bogen geschossen. Der Anfang war unterirdisch, aber sukzessive wurde es besser. Zwischenzeitlich hatte ich wirklich gute Läufe, bei denen kein einziger Pfeil die Zielscheibe verfehlt hat. Auffällig war, dass jedes Mal, wenn wir Pause gemacht hatten, ich erst mal wieder reinkommen musste; meine Fehlerquote nach den Pausen war gruselig. Aber insgesamt ist es deutlich besser gelaufen als letzten Sonntag. Da Dieter die Sehne meines Bogens wieder nachgezogen hat, hatte ich auch das Gefühl, wieder meinen Bogen zu schießen.
08.09.2026
Nach der Arbeit habe ich nach einem neuen Armschutz fürs Bogenschießen gesucht, bin fündig geworden und habe Dieter gebeten, den Armschutz, neue Handschuhe und einen neuen Sehnenhalter zu bestellen. Der Bestellung hat er gleich noch ein paar Kleinigkeiten für sich hinzugefügt.
09.09.2026
Nach der Arbeit habe ich den Holzeimer und das Essen, das wir fürs Lager brauchen, aus dem Keller geholt und dann begonnen, die Lebensmittel zusammenzupacken, die mit ins Lager in Tilleda gehen sollen. Außerdem hatte Dieter ein Brot gebacken, das auch mit ins Lager geht. Danach haben wir das Auto so weit gepackt, wie es heute möglich war.
10. – 13.09.2026
Am Donnerstagmittag machten wir uns auf den Weg nach Tilleda. Die Fahrt lief gut, der Aufbau ebenfalls, und gegen halb neun stand alles Wesentliche. So weit, so normal.
Nicht ganz so normal war allerdings die Bundeswehrgruppe, die unter der Überdachung direkt neben unserem Lager feierte. Mittelalterliche Atmosphäre wollte sich bei Partymusik naturgemäß nur bedingt einstellen. Dafür waren die Soldaten ausgesprochen nett, versorgten uns am Abend sogar mit selbstgemachter Pizza und wir hatten einige nette Gespräche.
Am Freitagmorgen reisten sie ab und plötzlich war es beinahe gespenstisch still. Wir erledigten Einkäufe, reparierten unseren undichten Anhänger und gönnten ihm neue Stützen, und ich nähte meinen neuen Überwurf fertig. Eigentlich waren wir längst da – aber so richtig im Lager angekommen waren wir noch immer nicht. Während wir bereits fertig aufgebaut hatten, kamen nun die anderen Lagerleute und überall wurde ausgeladen und aufgebaut – also eher Aufbau als Mittelalter.
Der Samstag hätte nun endlich unser erster richtiger Lagertag werden können. Stattdessen fand unter der Überdachung ein Kindergeburtstag statt. Viele Kinder, viel Bewegung und eine entsprechende Geräuschkulisse sorgten zuverlässig dafür, dass auch diesmal kein wirkliches Lagergefühl aufkam.
Wir besuchten die Ausgrabung, machten Fotos und Videos und stellten irgendwann fest, was uns an diesem Wochenende außerdem fehlte: die Gespräche mit interessierten Besuchern. Viele liefen vorbei, aber kaum jemand blieb stehen und interessierte sich für die Lager. Aber das lag wohl auch an uns, weder hat Dieter am Bogen gebaut noch habe ich den Sprangrahmen bespannt. Dafür entwickelten sich im Laufe des Tages einige richtig gute Gespräche mit anderen Lagerleuten. Genau diese Gesprächsrunden waren schließlich die Momente, die wertvoll für uns wurden.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag hat es geregnet, und morgens saßen wir beim Frühstück unter unserer Plane, fingen das herunterlaufende Wasser mit einem Eimer auf und kamen zu dem Punkt, an dem wir beide schlicht keine Lust mehr hatten. Der Gedanke, noch bis Montag auf der nassen Pfalz zu sitzen und darauf zu warten, dass der Tag herumgeht, war wenig verlockend. Also beschlossen wir spontan: Wir bauen ab.
Zelt und Plane kamen tropfnass in den Anhänger, und nach rund dreieinhalb Stunden war alles verstaut. Um halb sechs ging es Richtung Heimat, zunächst noch durch teilweise heftigen Regen und Dämmerung. Gegen halb elf waren wir schließlich zu Hause. Dort haben wir festgestellt, dass die Bände 3 und 4 der Visbek-Bücher geliefert worden waren.
14.09.2026
Wir haben das Auto leer geräumt. Auf dem Sachsengelände haben wir Zelt und Plane vom Hänger auf die Schubkarre verfrachtet und die Schubkarre zur Hütte gefahren. Dann haben wir die alten Stangen, die noch auf dem Anhänger lagen, vom Anhänger geholt. Die Plane konnten wir mit diesen Stangen aufbocken, das Sachsenzelt nicht mehr; also haben wir zwei lange Stangen vom Anhänger geholt und das Sachsenzelt damit aufgerichtet, und das hat auch geklappt.
Das Lager in Tilleda haben wir reflektiert und waren komplett der gleichen Meinung. Eigentlich war es gar kein Lager. Durch die Party der Jungs von der Bundeswehr gab es kein Lagergefühl. Am Freitag haben die anderen Mittelalterfreunde aufgebaut – so richtig viel mit Mittelalter hatte das auch nicht zu tun. Am Samstag hätte es dann endlich losgehen können, wurde uns aber durch den Kindergeburtstag vermasselt. Kein Wunder, dass wir komplett demotiviert waren. Am Sonntag haben wir dann früher als ursprünglich geplant abgebaut. Wir sind beide der Meinung, dass das unser schlechtestes Lager in diesem Jahr war und dass wir froh sind, dass wir im Oktober noch ein Lager haben. Mit diesem Gefühl die Lagersaison zu beenden wäre nicht gut gewesen.
17.09.2026
Abends habe ich in der WhatsApp-Gruppe „Lager auf dem Sachsengelände“ den Termin für das Lager 2027 gepostet.
19.09.2026
Auf dem Sachsengelände haben wir die Plane aus der Hütte gezogen, auf der großen Wiese gefaltet und in den Planenanhänger gepackt, zusammen mit den beiden langen Stangen, mit denen wir das Sachsenzelt aufgebockt hatten. Danach haben wir das Zelt aus der Hütte gezogen und haben nicht nur festgestellt, dass das Zelt böse dreckig ist, sondern auch, dass es an und unter dem Vorzelt noch nicht trocken war. Also haben wir das Zelt auf der großen Wiese in die Sonne gelegt. Nachdem das Zelt getrocknet war, haben wir es gefaltet und ebenfalls auf den Anhänger gepackt. Somit ist der Anhänger für das Oktober-Lager gut vorbereitet.
20.09.2026
Das Bogenschießen auf dem Sachsengelände ist sprichwörtlich ins Wasser gefallen – Regen hat unser Vorhaben vermasselt.
27.09.2026
Mittags haben wir unseren Kram ins Auto gepackt, unter anderem die Zielscheibe, die wir auf der Reenactmesse letztes Jahr gekauft hatten und die wir eigentlich mit in die Lager nehmen wollten, was wir aber mangels Platz auf dem Anhänger bislang nicht umgesetzt hatten; jedoch hatte ich vor ein paar Tagen Ulrich in einem anderen Zusammenhang von der Zielscheibe erzählt, und er meinte, wir sollten sie mitbringen, wenn wir nach Liebenau fahren. Also muss sie nun doch mit.
Auf dem Sachsengelände angekommen haben wir die Zielscheibe aufgebaut. Das Bogenschießen fing bei mir mies an und wurde dann von Runde zu Runde besser. Dieter hat mir noch ein paar Tipps gegeben, und bei der letzten Runde hatte ich alle Pfeile auf der Scheibe: 3 gelb, 1 rot, 4 blau, 1 schwarz, 1 weiß. Nach fast drei Jahren Pause ist das für das zweite Mal Schießen nicht schlecht.
28.09.2026
Auf Facebook hat Ulrich mich gebeten, unseren großen Kochtopf mit zum Liebenau-Lager zu bringen. Der Anhänger wird irgendwie immer voller…
Abends haben Dieter und ich gemeinsam ein bisschen an der Sachsen-Homepage gearbeitet.