Mai 2026
01.05.2026 (Tag der Arbeit)
Dank des Feiertags konnte ich gleich morgens den Monatsrückblick für April 2026 auf der Sachsenhomepage einstellen und bei Facebook verlinken. Am späten Vormittag sind wir zum Sachsengelände gefahren, haben an der Bogenbaubank weiter gearbeitet und begonnen, den Planenanhänger zu laden.
02.05.2026
Auch heute waren wir auf dem Sachsengelände, haben den Anhänger zu Ende gepackt und an Dieters Bogenbaubank weiter gearbeitet. Das gute Stück noch rechtzeitig vor dem Lager in Tilleda fertig zu bekommen wird eine Herausforderung.
03.05.2026
Heute sind wir aufgebrochen nach Lauresham. Dort gab es heute den Tag der experimentellen Archäologie. Das Wetter war warm, viel wärmer, als meine Wetter-App voraus gesagt hatte. Lauresham war recht gut besucht, aber nicht überlaufen. Wir haben mit den Häusern begonnen, ich habe mich mit einer Dame aus Wien, die Sprang vorführte, ein bisschen unterhalten, aber sehr hilfreich war das leider nicht. Also sind wir weiter gezogen, von Webhaus zum Herrenhaus, wo es eine Waffenausstellung gab. Dieter hat die Leute angesprochen auf eine Spatha um 600, hat dort aber auch keine befriedigende Antwort bekommen (war ja aber auch nicht ernsthaft zu erwarten gewesen). Wir sind weiter gebummelt, ich habe ein paar Fotos gemacht, mit und ohne Teddygunde, und habe tatsächlich ein paar Stellen gefunden, von denen es noch kein Foto mit Teddygunde gibt. Von der Kirche aus sind wir zum Backhaus gegangen, wo allerdings nichts los war, und von da aus zum Färberhaus, unterwegs an der Bogenbahn vorbei. Dort haben wir uns die Bögen angesehen, die dort herum lagen, und haben uns mit leichtem Grusel abgewandt. Mit den Leuten von Lauresham, die die Bogenbahn bedienten, haben wir uns kurz unterhalten und sind dann zum Färberhaus weiter gegangen.
Dort haben wir Petra und Sarah getroffen, und ich habe für Teddygunde eine neue Fibel bei Sarah in Auftrag gegeben. Danach sind wir mit Sarah zur Schmiede zurück gegangen. Am Fischerhaus haben wir uns eine Weile mit Jens Schabacker unterhalten. Dieter hat sich dann noch mit dem Schmied unterhalten, dem wir unsere Karte gegeben haben und der uns seine Homepage genannt hat. Danach haben wir uns von Sarah verabschiedet und sind von Lauresham direkt zum Sachsengelände gefahren. Dort habe ich die Beine für Dieters Bogenbaubank geölt.
Abends bin ich noch mal kurz zu Facebook rein gegangen und habe mit Freude festgestellt, dass die Sachsen von der Wisura einen neuen Follower haben.
04.05.2026
Gleich morgens hat mir Jorgen geschrieben, dass er es wegen eines Todesfalls in der Familie nicht auf die Reihe bekommt, das Nadeldöschen rechtzeitig zu verschicken. Mein Mitgefühl ist Jorgen sicher. Für die Lager habe ich die Gewürze in die Tontöpfchen gefüllt und die fertigen Töpfchen verpackt. Abends habe ich fast eine dreiviertel Stunde lang mit Ulrich telefoniert.
06.05.2026
Dieters Bogenbaukiste hat neue Seile bekommen, die alten waren durchgescheuert. Außerdem habe ich das Essen für die Lager zusammen gepackt, und gemeinsam haben wir das Auto beladen.
07.05.2026
Das erste Lager dieses Jahres stand von Anfang an unter einem schlechten Stern. Morgens war ich anderthalb Stunden vor dem Wecker wach und konnte nicht mehr einschlafen. Beim Anhänger vom Sachsengelände holen ist uns eine Stütze vom Anhänger aus der Halterung gerutscht, sie hat dann ein Stück vom Rasen in der Einfahrt gepflügt, und beim Übergang auf den asphaltierten Weg vor dem Sachsengelände hat es die Halterung der Stütze komplett verbogen. Wir haben die Stütze dann aus der Halterung genommen und ins Auto gelegt – nicht auszudenken, wenn die Halterung während der Fahrt auf der Autobahn nicht hält! Die Halterung müssen wir austauschen, wenn wir vom Lager auf der Funkenburg zurück sind.
Gegen 12 Uhr sind wir dann endlich losgefahren. Zuerst lief alles glatt, aber auf der A49 ist ca. 500 Meter vor uns ein Autotransporter in die Leitplanke gescheppert, hat noch einen schönen Flurschaden am Fahrzeugrand hinterlassen und kam schließlich quer zur Fahrbahn zum Stehen. Das bedeutete eine Vollsperrung der Autobahn. Mir war gleich klar, dass damit unser Plan, heute noch aufzubauen, geplatzt war.
Geschlagene 2 Stunden haben wir auf der Autobahn gestanden, und vermutlich war das noch okay – eigentlich hatte ich mit mehr gerechnet. Thomas habe ich per WhatsApp mitgeteilt, was passiert ist und dass wir nun doch erst morgen früh aufbauen. Wir haben auch mit Thomas besprochen, dass wir den Anhänger heute noch in Tilleda abstellen. Das haben wir dann auch gemacht.
08.05.2026
Erster Aufbau des Jahres – wir haben prompt die Schlaufen für die Bögen beim Sachsenzelt vergessen. Außerdem war bei der Plane eine Schlaufe gerissen, die ich flicken musste. Obendrein habe ich festgestellt, dass eine weitere Schlaufe zu reißen droht – mal sehen, ob ich das beim Aufbau auf der Funkenburg retten kann. Hulda und Sven hatten uns für abends in ihr Lager eingeladen, das haben wir auch gerne angenommen, und hatten dort einen schönen Abend.
09.05.2026
In der Nacht habe ich so schlecht geschlafen wie noch nie vorher in einem Lager. Meine freie Zeit habe ich genutzt, das Mantelkleid aus Marleds Stoff zu nähen. Dieter hat angefangen, mit der Drohne zu spielen, also bin ich mit meinen Nähsachen in Huldas Lager umgezogen und habe Annemarie und Hulda Gesellschaft geleistet. Dieter kam später auch dazu. Nach einer Weile sind wir wieder in unser Lager gegangen und haben an Dieters Bogenbaubank weiter gearbeitet. Danach kamen wir auf die Idee, zum Kirschcafe zu gehen und uns Kuchen und heiße Getränke zu gönnen. Der Plan war gut, scheiterte aber daran, dass das Kirschcafe heute eine geschlossene Gesellschaft zu bewirten hatte. Also sind wir unbefriedigt ins Lager zurück gegangen und haben Käsebrote gemampft. Schließlich haben wir begonnen, Abendessen zu kochen, nicht nur für uns, sondern für die lange Tafel, die heute stattfinden sollte. Unter dem Dach der Scheune wurden Tische zur langen Tafel zusammen gestellt, und das Essen wurde an der Stirnseite zum Buffet aufgebaut. Es war ein schöner und geselliger Abend. Danach sind wir in unser Lager zurück gegangen, wo uns erst Markus und Karen und danach Paul und Marco besucht haben. Wir hatten gute Gespräche und sind zu Bett gegangen, nachdem unser Besuch sich verabschiedet hatte. Aufgrund der Wettervorhersage hat sich abgezeichnet, dass wir bereits morgen abbauen werden anstatt wie ursprünglich geplant am Montag.
10.05.2026
Nach dem Frühstück habe ich begonnen, das Zelt erst aufzuräumen und dann begonnen, im geschlossenen Zelt zusammen zu packen. Offiziell sollte der Abbau erst um 16 Uhr beginnen, aber einige Lager haben gleich mittags mit dem Abbau begonnen. Dem haben wir uns angeschlossen. Dadurch, dass ich schon begonnen hatte, im Zelt mit dem Abbau zu beginnen, war dann das Chaos bei uns perfekt. Struktur beim Abbau – Fehlanzeige. Damit haben wir uns selbst herein gelegt und sind schlussendlich erst um 18 Uhr vom Platz gefahren. Natürlich waren wir mit Abstand die Letzten, die vom Platz gefahren sind. Mir ist dann klar geworden, dass durch unsere Einpackerei so viel Zeit verloren geht, aber ich sehe keine ernsthaft umsetzbare Alternative dazu. Aber die langen Auf- und Abbauzeiten gehen mir schon auf den Geist. Allerdings muss man auch sagen, dass durch meinen frühen Zusammenpack-Zeitpunkt mir die Zeit heute länger vorkam als sonst. Im Endeffekt war all die Arbeit, die ich mir mit dem Zusammenpacken im Zelt gemacht habe, reine Zeitverschwendung. Hätten wir strukturiert abgebaut, wäre das Ganze garantiert schneller gegangen.
Nachdem wir begonnen hatten, das Sachsenzelt abzubauen, die Plane auf dem Boden lag und vor uns nur noch das Dachgerüst stand, haben wir uns noch die Mühe gemacht, die Schlaufen für die Bögen an der Firststange fest anzubringen, damit wir sie nicht wieder vergessen können. Nachdem wir den Abbau endlich beendet hatten, sind wir ins Hotel gefahren – zusätzliche Kosten, die nicht eingeplant gewesen waren, denn die gebuchte Ferienwohnung stand uns erst ab Montag zur Verfügung.
Fazit des Lagers: Anhängerstütze kaputt, Lager um zwei Tage verkürzt, ungeplante Hotelkosten, Chaosabbau, aber: das Lager an sich war großartig, tolle Gespräche, liebe Freunde getroffen, das gemeinsame Essen war klasse.
11.05.2026
Heute Vormittag haben wir den Anhänger ans Auto gekoppelt und sind zur Funkenburg gefahren. Auf der FuBu angekommen haben wir uns mit Elgina abgesprochen, wo wir den Anhänger parken können, und das haben wir dann auch gemacht. Dann sind wir kurz über das Gelände gelaufen und haben Antje begrüßt.
12.05.2026
Die Stadt Halle ist verkehrstechnisch eine Herausforderung, aber zum Glück hatte Dieter in der FeWo nach Parkmöglichkeiten geschaut und ein Parkhaus in der Nähe Landesmuseums für Vorgeschichte Halle gefunden. Einige unserer Freunde hatten uns erzählt, das Museum sei großartig, und das stimmt!
Wir haben uns erst die aktuelle Ausstellung „Die Schamanin“ angesehen. Die Recherche war sehr umfassend, die Präsentation wirklich gut gemacht.
Danach haben wir im 2. OG angefangen, mit dem Mesolithikum, der Aunjetitzer Kultur, haben das Original der Himmelsscheibe von Nebra bewundert, sind weiter zur Lausitzer Kultur vorgedrungen und sind dann ins 1. OG gegangen, etwas weiter in „unsere“ Zeit. Zu unserer großen Überraschung und Freude wurde dort sogar Bezug zu den Altsachsen hergestellt.
Wir haben gute drei Stunden im Museum verbracht, haben danach in der Cafeteria Kuchen, Kaffee und heiße Schokolade genossen, haben uns mit Lesestoff eingedeckt und sind dann wieder zu unserer Ferienwohnung gefahren.
Fotos waren nur für private Zwecke gestattet. Somit habe ich nach unserer Rückkehr in die FeWo das entsprechende Posting auf Facebook für die Sachsen von der Wisura ohne Fotos veröffentlicht.
13.05.2026
Anderes Jahrhundert, andere Religion. Wir waren im Zisterziensermuseum Kloster Walkenried. Eine sehr schöne Anlage, die wir uns bei einer Führung haben erklären lassen. Vor der Führung haben wir uns die Ruine der alten Kirche des Klosters angesehen. Zeitlich haben wir uns zwischen 1100 und 1500 n. Chr. bewegt. Das Leben der Mönche war hart, aber durchaus luxuriös im Gegensatz zum Leben der Bauern. Kein Wunder, dass bei der Dekadenz, die die Mönche an den Tag legten, und dem Druck, den sie auf die Bauern ausübten, die Rechnung bei den Bauernaufständen präsentiert bekamen und das Kloster daran letztlich auch zugrunde gegangen ist.
Das Kloster ist sehenswert, trotz aller Lücken, die mangels Erhaltung geschlossen werden mussten und allen modernen Einbauten, die für die heutige Nutzung notwendig sind, gibt es immer noch Teile aus der ursprünglichen Zeit, und die Erklärungen sind auch ohne Führung gut nachvollziehbar.
14.-17.05.2026
Das nächste Lager war Funkenburg 531. Das Lager lief insgesamt wesentlich besser als das auf der Königspfalz Tilleda. So richtig sind wir aber nicht in die Puschen gekommen, obwohl wir am Donnerstag aufgebaut haben, hat es bis Freitag Vormittag gedauert, bis wir mal die mittelalterliche Klamotte am Leib hatten. Zu unserer Freude stand unser Lager neben dem von Osterliudi. Meine Versuche, Sprang zu machen, waren recht erfolgreich – noch nicht perfekt, aber immerhin hat es funktioniert, und ich konnte es Besuchern zeigen und erklären. Am Freitag Abend haben wir am Flohmarkt teilgenommen und zu meinem Erstaunen sind wir tatsächlich ein paar Teile los geworden. Die Nächte waren bitterkalt, und ich war sehr dankbar für unsere vollkommen unauthentische, aber sehr hilfreiche Zeltheizung. Zwischenzeitlich habe ich mir die anderen Lager etwas genauer angesehen, und außer uns gab es fast nur Darstellungen gesellschaftlich höher gestellter Personen. Mir wurde bewusst, dass wir eine Nischendarstellung machen – altsächsisch und dann noch eine Frilingsdarstellung -, und kurzfristig fühlten wir uns fehl am Platz. Auch Gespräche mit anderen Darstellern darüber konnten das Gefühl nicht ganz vertreiben. Aber typisch stur altsächsisch werden wir dennoch nichts an unserer Darstellung ändern.
An einem Stand habe ich mir ein recht großes Wolltuch gekauft, wunderschön und kuschelig weich.
Am Samstag Abend haben alle zusammen an der langen Tafel gespeist. Alle Lager hatten dafür gekocht und etwas dazu beigetragen. Die Jungs von Osterliudi haben uns geholfen, unseren Tisch zum Langhaus zu tragen, denn leider hatten sich einige Zelte so vor das Langhaus gestellt, dass uns der direkte Weg versperrt war. Zu unserer Freude haben wir auf diese Weise Hakun Risti persönlich kennen gelernt. Nach dem gemeinsamen Essen kam ein lieber Freund zu uns ins Lager und wir haben uns hoffnungslos verquatscht. Es war ein sehr schöner Abend, den wir sehr genossen haben.
Die Nacht drohte wieder kalt zu werden, also habe ich das neu gekaufte Tuch unter meine Bettdecke gezogen. Der Effekt war umwerfend, trotz frostigen 3 Grad habe ich keine Sekunde gefroren.
Der Sonntag kam mit sonnigem Wetter und recht warm daher. Wir haben bis zum Beginn des Abbaus um 16 Uhr unsere Darstellung konsequent durchgezogen. Dann haben wir wie die anderen Lager begonnen, zusammen zu packen. Zwar wollten wir den eigentlichen Abbau erst morgen machen, aber wir haben schon mal zusammen gepackt, was wir nicht mehr brauchten – diesmal etwas strukturierter als beim Tilleda-Lager und somit ohne Chaos. Den Abend haben wir bei Viri ex Terra Attuaria im Lager verbracht, die auch erst am Montag abbauen wollten.
Insgesamt war es ein schönes Lager, von dem wir uns gewünscht hätten, dass es etwas länger gegangen wäre. Wir bedanken uns herzlich bei den Organisatoren und bei Elgina, der Königin der Funkenburg Westgreußen.
20.05.2026
Nach dem Abendessen habe ich ein Posting für die Sachsen von der Wisura auf Facebook über das Lager auf der Funkenburg 531-Veranstaltung gesetzt, und es hat innerhalb kurzer Zeit einige Menge Likes gesammelt.
Wegen des Lagers auf dem Sachsengelände hat heute die Planung begonnen. Tanja ist mir zuvor gekommen und hat das Thema angestoßen.
21.05.2026
Mein gestriges Posting hat hohe Wellen geschlagen. Heute Abend hatte es 75 Likes und zwei Kommentare, die ich beantwortet habe.
22.05.2026
Das Posting auf Facebook hat eine Diskussion nach sich gezogen.
24.05.2026
Heute haben wir uns auf den Weg zum Geschichtspark Bärnau gemacht, wo wir uns die Veranstaltung „Weibsbilder“ ansehen wollten – Blick über den Tellerrand der eigenen Darstellung. Die Darstellungen reichten von spätrömisch bis in die Neuzeit. Besonders hat es mich gefreut, einer Darstellerin zuschauen zu dürfen und Erklärungen zu bekommen für ihre Arbeit am Sprangrahmen. Wir haben ein paar Bekannte getroffen, ich durfte Agnes Zankl persönlich kennen lernen und fand das Anliegen der Suffragetten, das Wahlrecht für Frauen zu ermöglichen, nur fair. Das Wetter war sehr warm, und ich habe mir mehrmals an dem Tag gewünscht, meine sommerliche Mittelalterbeleidung zu tragen. Aber wir gehen nicht in MA-Bekleidung ins Museum, solange wir dort nicht lagern. Es war ein schöner Tag und eine gelungene Veranstaltung, und der Geschichtspark Bärnau-Tachov spricht sowieso für sich. Es sind auch ein paar Bilder mit Teddygunde entstanden. Nach der Modenschau haben wir den Geschichtspark verlassen.
25.05.2026
Für die Sachsen von der Wisura habe ich ein Video über FuBu 531 geteilt. Bis zum Lager auf dem Sachsengelände wird ja jetzt nicht mehr viel passieren, was mit dem Hobby zu tun hat.