Wo wir heute stehen


Heute näht Steffi fast alle Gewandung für uns selbst, und zwar in reiner Handarbeit. Dieter hat seine Begeisterung für das Bogenschießen gefunden und baut inzwischen seine Bögen selbst. Auch einen Großteil unserer Lagerausstattung hat Dieter selbst gebaut.

Unsere Gewandung besteht ausschließlich aus Wolle und Leinen und ist mit Woll- bzw. Leinengarn von Hand genäht. Sie orientiert sich weitestgehend an frühmittelalterlichen Belegen, allerdings „heruntergebrochen” auf eine sehr einfache Darstellung ohne aufwendige Verzierungen. Derzeit verwenden wir noch chemisch gefärbte Stoffe, arbeiten aber zunehmend mit pflanzlich gefärbten Stoffen.

Wenn man sich an Belegen und historischen Schriften orientiert, um eine möglichst geschichtsnahe Interpretation der damaligen Verhältnisse nachzustellen, gerät man in der Mittelalterszene schnell in den Ruf, ein sogenannter „A-Papst” zu sein. Das „A” steht in diesem Zusammenhang für Authentizität und erfährt hier eine Abwertung. „A”-Leuten wird gern Verbissenheit, Intoleranz und Besserwisserei unterstellt.

Die Maßstäbe, die wir für unsere Darstellung an den Tag legen, gelten in unseren Augen nur für uns. Die angebliche Verbissenheit bei der Recherche fehlt uns komplett; wir betreiben die Recherche nicht aus Verbissenheit, sondern aus Interesse am Thema. Gerade wir, die wir die Sachsendarstellung unter anderem deshalb gewählt haben, weil wir uns nicht reinreden lassen wollen, würden uns niemals anmaßen, anderen unseren Anspruch auf´s Auge zu drücken.

Steffi trägt eine Brille, auf die sie aus gesundheitlichen Gründen nicht verzichten kann, und ihre angeborene Skoliose macht im Lager Stühle mit Rückenlehnen notwendig, die in unserem Darstellungszeitraum eher selten gegeben hat.